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(Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System) Projektbeschreibung
Seit bereits über 20 Jahren ist bekannt, dass
die fortlaufende, systematische Erfassung, Analyse und Interpretation
relevanter Daten zu nosokomialen Infektionen sowie deren Feedback
an das ärztliche und pflegerische Personal die Häufigkeit
nosokomialer Infektionen reduzieren kann. Diese Form der internen
Qualitätssicherung wird als Surveillance bezeichnet. Die
Aussagekraft und Wirksamkeit kann erhöht werden, wenn die
eigenen Daten zu Infektionshäufigkeiten mit denen anderer
verglichen werden. Erst im Kontext mit den Daten anderer Abteilungen
oder Stationen ist das Niveau der eigenen Infektionshäufigkeit
beurteilbar. Um nicht falsche Schlüsse zu ziehen, ist ein
Vergleich jedoch nur möglich, wenn identische Methoden bei
der Erfassung der Daten einschließlich fester Definitionen
für die Diagnostik verwendet werden. Da verschiedene Stationen
und Abteilung sowohl Risikofaktoren unterschiedlich häufig
einsetzen, als auch von der Patientenzusammensetzung nicht exakt
übereinstimmen, müssen diese Unterschiede durch Standardisierungs-
und Stratifizierungsverfahren in der Berechnung und Analyse der
Daten Berücksichtigung finden.
1996 wurde vom NRZ eine Methode entwickelt, mit
der Stationen und Abteilungen in die Lage versetzt werden sollten,
nach einer einheitlichen Methode eine Surveillance nosokomialer
Infektionen durchzuführen, die die wichtigsten Einfluß-
und Risikofaktoren berücksichtigt und somit orientierende
Vergleiche ermöglicht. Die in den beteiligten Stationen und
Abteilungen erhobenen Daten werden regelmäßig dem NRZ
übermittelt und analysiert. Die zusammengefassten und anonymisierten
Daten werden in geeigneter Form als Referenzdaten bereitgestellt.
Um die Aussagekraft der Daten und damit auch die
Wirksamkeit der Surveillance zu steigern, erfolgt im KISS keine
krankenhausweite Erfassung, sondern eine Konzentration auf besondere
Risikobereiche innerhalb des Krankenhauses. Hierbei wird auf bestimmte
Patienten (z.B. NEO-KISS) oder spezielle Stationen (z.B. ITS-KISS)
mit hohem Infektionsrisiko fokussiert. KISS besteht aus diesem
Grund aus mehreren Modulen entsprechend den unterschiedlichen
Risikobereichen. Für die einzelnen Module existieren jeweils
spezielle Surveillance Methoden. Folgende Risikobereiche werden
bei KISS durch die einzelnen Module berücksichtigt:
· Patienten auf Intensivstationen (Modul
ITS-KISS)
· Operierte Patienten (Modul
OP-KISS)
· Frühgeborene auf neonatologischen Intensivstationen
(Modul NEO-KISS)
· Patienten nach Knochenmarktransplantation (Modul
ONKO-KISS)
· Ambulant operierte Patienten (Modul
AMBU-KISS)
· Patienten mit Zentral-Venen-Katheter oder Harnwegkatheter
oder maschineller Beatmung auf Nicht-Intensivstationen (Modul
DEVICE-KISS)
. Modul für Methicillin-resistente Staphylococcus
aureus (Modul MRSA-KISS)
Ein Krankenhaus kann sich entsprechend den individuellen
Bedürfnissen zur Teilnahme an nur einem Modul entscheiden
oder mehrere Module auswählen. Vorraussetzung für die
Teilnahme an KISS ist jedoch die Absolvierung eines Einführungskurses,
in dem die Methodik der Erfassung ausführlich dargestellt
und die Diagnostik mithilfe der festgelegten Definitionen trainiert
werden. Die Termine für die nächsten Einführungskurse
geben wir rechtzeitig auf unserer Homepage unter "aktuell"
bekannt (Anmeldung erforderlich).
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